Die Sammlung asiatischer Kunst der NGP präsentiert in einer neuen Dauerausstellung im Salm-Palais eine Auswahl von 520 Kunstwerken aus Asien und der islamischen Welt, die über einen Zeitraum von 5.000 Jahren entstanden sind und unter anderem in kulturelle Beziehungen zu Mitteleuropa eingebettet sind.
Die Ausstellung konzentriert sich in zwei Hauptteilen auf Themen, die mit der Kulturgeschichte der böhmischen Länder zusammenhängen, und hebt die Qualitäten und die Bedeutung asiatischer und islamischer Kunstwerke in ihrem ursprünglichen Kontext hervor. Sie enthüllt auch die Sammelprovenienz der Werke, einschließlich der Art und Weise ihrer Akquisition für die NGP-Sammlungen.
Der Eröffnungsteil erinnert an den historischen Rahmen des europäischen Orientalismus und der Kolonialpolitik, der zur Verbreitung des Bewusstseins für asiatische und islamische Kunsttraditionen sowie zum Sammeln in den böhmischen Ländern vom 16. bis 20. Jahrhundert beitrug. Neben historisierenden Präsentationen asiatischer und nahöstlicher Länder im Rahmen von Weltausstellungen, Schaufenstern von Geschäften mit Waren aus dem „Orient“ oder privaten Interieurs mit „orientalischer“ Dekoration stellt die Ausstellung bedeutende tschechische Forscher, Sammler und Künstler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor, die asiatische und islamische Kunst auf wissenschaftliche oder kreative Weise reflektierten.
Der zweite, umfangreichere Teil der Ausstellung präsentiert die chinesische, japanische, tibetische, indische und islamische Kulturregion vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis zur Gegenwart aus der Perspektive eines zeitgenössischen interdisziplinären Ansatzes der Kunstgeschichte, asiatischer und islamischer Studien sowie der Museologie. In thematischen Zusammenhängen werden spirituelle Traditionen, Schrift und Kalligrafie, Dekor und Ornament sowie die Welt der Natur und der Menschen in den einzelnen Kunstkulturen beleuchtet. Die Vertretung kultureller Regionen und historischer Perioden ist dabei im Hinblick auf die Art des Sammelns in den böhmischen Ländern ungleichmäßig.
Die Ausstellung eröffnet Raum für die Suche nach interkulturellen Zusammenhängen und eine kritische Überprüfung historischer Ansätze als eines der Ziele der Dekolonisierung in der Museumspraxis. Sie versucht, stereotype eurozentrische Ansichten zu überwinden und den Ansatz asiatischer Experten bei der Interpretation und Präsentation von Werken zu berücksichtigen, um ein umfassenderes Verständnis zu erzielen. Die Ausstellung umfasst audiovisuelle und interaktive Elemente, einen Audioguide, Orte der Ruhe und Meditation sowie ein Lehratelier.
Mehr über die Sammlung asiatischer Kunst der NGP
Eröffnungsbild auf der Seite: Buddhistischer Beschützer Mahakala, Tibet, 18.–19. Jh., NGP
Kuratorisches Team: Markéta Hánová, Lenka Gyaltso, Kristýna Rendlová, Jana Ryndová (NGP) in Zusammenarbeit mit Zdenka Klimtová, Eva Lukášová und Michaela Pejčochová Pädagogisches Team: Anna Chmelová, Jana Klímová
Im Rahmen der Ausstellung ist es auch möglich, einen dramatisch inszenierten Audioguide zu hören, in dem die Schauspieler Pavla Beretová und die Schauspieler David Matásek und Šimon Krupa die Besucher durch die Ausstellung führen.
Link zum Audioguide (geeignet zur Anzeige auf mobilen Geräten)
Ausstellungsbroschüre
Das Ausstellungsprojekt mit Katalog entstand auf der Grundlage der institutionellen Unterstützung der langfristigen konzeptionellen Entwicklung der Forschungsorganisation durch das Kulturministerium der Tschechischen Republik.

Asiatische Kunst über Raum und Zeit hinweg
Von Mgr. Lenka Gyaltso, Mgr. Markéta Hánová, Ph.D., Mgr. et Mgr. Kristýna Rendlová, Mgr. Jana Ryndová, Ph.D.
Dauerausstellung





