Erwähnungen der Lilienblume sind seit der Antike bekannt. Die Verwendung verschiedener Teile dieser Zwiebelpflanze für medizinische und kosmetische Zwecke hat sich bis heute erhalten. Ihre anmutigen Blüten wurden zu einem beliebten künstlerischen Motiv. In der antiken Kunst hatte sie die Bedeutung von Fruchtbarkeit, Überfluss und Reinheit. Im Christentum wurde die weiße Lilie auf der Grundlage religiöser Texte zu einem Symbol für die Unschuld von Körper und Geist. Insbesondere wurde auf das biblische Hohelied zurückgegriffen, wo die Braut mit einem geschlossenen Garten, einer Rose oder einer Lilie und anderem verglichen wird. Diese poetischen Metaphern wurden als Gleichnis der Kirche oder der Jungfrau Maria interpretiert. Im Sinne der moralischen Reinheit erscheint die duftende weiße Blume auch als Attribut einiger Heiliger. Selten trifft man auf andere Farbvarianten. In der alten Kunst wurde manchmal auch die rote Lilie dargestellt, die als exotische asiatische Pflanze verstanden wurde. Ab dem 19. Jahrhundert konzentrierten sich Künstler viel häufiger auf den natürlichen Charme ihrer verschiedenen Arten. Dennoch ist der christliche Unterton des Symbols für Reinheit und Jungfräulichkeit der weißen Lilie bis heute nicht verschwunden.
Ort: Schwarzenberg Palais
Kuratorin: Alena Volrábová

Lilie: Blume und Symbol
Von PhDr. Alena Volrábová, Ph.D.
17. März – 28. Juni, 2026





