Labyrinth: Eine Landschaft des inneren Wanderns

Von Karla Dvořák Hlaváčková

1. Apr. – 29. Okt., 2026

Das Labyrinth dient als Metapher für menschliches Denken und den Lebensweg. Es symbolisiert Irren, Mut und Transformation, aber auch die Verantwortung für unsere Handlungen und Worte. Treten Sie ein und überlegen Sie: Was passiert, wenn anstelle der Vernunft die Angst zu entscheiden beginnt – vor dem Unbekannten, vor Unterschieden, vor Missverständnissen?

Das Projekt Labyrinth entwickelt genau diese Fragen. Es konfrontiert den Besucher mit seinen Einstellungen und führt ihn zu einer Transformation hin zu einem kritisch denkenden Beobachter. Die Ausstellung berührt zentrale gesellschaftliche Fragen. Zu den wichtigsten gehören die Angst vor dem Unbekannten und Unsicherheit, Generalisierung und Dehumanisierung, die Verantwortung des Einzelnen in der modernen Gesellschaft oder die Macht der Worte und deren Auswirkungen auf die menschliche Würde.

Der Weg aus dem Labyrinth führt nicht durch einfache Antworten, sondern durch die Bereitschaft zuzuhören, die eigenen Gewissheiten in Frage zu stellen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie wir die Welt und andere Menschen verstehen.

Die Ausstellung präsentiert Werke mehrerer Persönlichkeiten der zeitgenössischen tschechischen Kunstszene. Das Relief Evolution von Vojtěch Hrubant thematisiert das menschliche Wandern durch das Labyrinth der eigenen Entscheidungen und die Frage der Konformität. Veronika Homolová schuf für die Ausstellung die Illustration Karte der Angst, die den Besucher mit seinen Ängsten und Phobien konfrontiert. Tereza Bartůňková ist die Autorin der Installation Quelle, die mit Dunkelheit, Spiegel und der Begegnung des Betrachters mit sich selbst arbeitet. Die Werke Growth Protocol und Naked Roots von Dominik Styk reflektieren den Einfluss der Umgebung auf die menschliche Entwicklung und die Bedrohung der Dehumanisierung. Eva Koťátková schafft in ihrer Maschine zur Wiederherstellung der Empathie einen Raum der Fürsorge, Inklusion und gegenseitigen Unterstützung. Das Objekt Erinnerung an eine Prozession von Eva Palčič befasst sich mit Fragen der Kommunikation, Traditionen und menschlichen Verbundenheit in einer säkularen Gesellschaft. Matouš Lipus ist der Autor der Skulptur Atlas, die die Last der Verantwortung und das Gewicht menschlicher Entscheidungen symbolisiert. Klára Samcová präsentiert Textilarbeiten, die Menstruation, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Erwartungen im Zusammenhang mit weiblicher Erfahrung thematisieren. Die Ausstellung schließt mit einem Video von Hedvika Hlaváčková, die über die Absurdität des hartnäckigen Festhaltens an Geschlechterstereotypen nachdenkt und durch verschiedene Perspektiven starre Kategorien von Maskulinität und Femininität hinterfragt.

Prague City Gallery