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Solidarność in Wałbrzych

Dauerausstellung

Am 4. September 2016 eröffneten wir eine Ausstellung, die an die Tätigkeit der Wałbrzycher „Solidarność“ erinnert. Die Ausstellung, die vor allem aus privaten Erinnerungsstücken von „S“-Aktivisten besteht, erinnert an den vergessenen Beitrag Wałbrzychs zur Gestalt der gesamten, fast 10 Millionen Menschen umfassenden gesellschaftlichen Bewegung Anfang der 1980er Jahre in Polen. Im Dezember 2017 haben wir die Ausstellung dank einer Förderung des Ministers für Kultur und nationales Erbe sowie der Gemeinde Wałbrzych um weitere Exponate, Vitrinen, ein im Stil der Epoche gestaltetes Zimmer mit einem originalen Vervielfältigungsapparat für Drucksachen und eine audiovisuelle Ebene mit Aufnahmen der Erinnerungen ehemaliger Bergleute, Beschäftigter der Wałbrzycher Betriebe und Aktivisten der entstehenden Solidarność erweitert. Das wichtigste Element dieser Modernisierung bleibt der Film „Solidarni z Wałbrzycha“ unter der Regie von Ewa Dobrołowicz mit der Musik von Michał Zygmunt, der sowohl bei individuellen Besuchen als auch im Rahmen von Bildungsangeboten angesehen werden kann.

Die Wahl des Ortes für die Präsentation der Ausstellung über den Bergbau und die Wałbrzycher Solidarność ist nicht zufällig: Die Zeche Thorez war einer der wichtigsten Keime der Solidarność. Genau hier begannen am 27. August 1980 Bergleute der Nachmittagsschicht im Schacht „Chwalibóg“ der Steinkohlenzeche „Thorez“ in Wałbrzych den Streik. Es war die erste Zeche im Land und der erste Betrieb in der Woiwodschaft Wałbrzych, der die Arbeit niederlegte und die streikenden Werftarbeiter aus Stettin und Danzig unterstützte. Am folgenden Tag traten die Bergleute aus dem Schacht „Julia“ der Zeche „Thorez“ in den Streik, und von diesem Moment an wurde der Ort, an dem heute PW Stara Kopalnia tätig ist, zum Schlüsselzentrum des Streiks von 1980 auf dem Gebiet von Wałbrzych. Mit der Zeit schlossen sich den streikenden Bergleuten der Zeche „Thorez“ Beschäftigte anderer Zechen und Betriebe an, nicht nur aus Wałbrzych, sondern aus der gesamten Woiwodschaft Wałbrzych. Am 28. August wurde auf dem Gelände der Zeche ein überbetriebliches Streikkomitee gebildet. Unter den Zeugen jener Ereignisse finden sich auch solche, die behaupten, der Beginn der Streiks in Wałbrzych habe den Streik in Danzig unterstützt, als die Nachricht von Wałbrzych die Werftarbeiter erreichte.

Am 2. September wurde eine Vereinbarung der damaligen Behörden mit dem überbetrieblichen Streikkomitee in Wałbrzych unterzeichnet. Es war die dritte Vereinbarung dieser Art in Polen nach Stettin und Danzig. Erst am folgenden Tag wurde eine Vereinbarung in Jastrzębie Zdrój unterzeichnet.

Die Zeche „Thorez“ war im Dezember 1981 erneut Zeugin historischer Ereignisse. Gleich nach der Verhängung des Kriegsrechts schloss sich in der Kettenkaue der Zeche aus Protest eine größere Gruppe von Arbeitern und Aktivisten ein. Auf die Nachricht von ihrem Streik machte sich eine Gruppe aus dem Schacht „Chwalibóg“ durch die Grubenbaue auf den Weg. Der Streik wurde schließlich am 15. Dezember gewaltsam niedergeschlagen, einen Tag vor den Ereignissen auf der Zeche „Wujek“ in Katowice.

Die Zeche „Thorez“ in Wałbrzych wird im Alltag nur als Denkmal der Architektur und des Bergbaus wahrgenommen. Ihre Mauern erinnern jedoch auch an den Kampf der Bergleute um ein besseres Morgen, sowohl in sozialen und lebensnahen Fragen als auch um Werte, die mit der Zeit zur Grundlage unserer polnischen Demokratie wurden. Wofür kämpften sie? Was wollten sie ändern? Wie verlief der Streik in den Wałbrzycher Zechen? Was waren die Vereinbarungen? Auf all diese Fragen antwortet Ihnen ein 33-minütiger Film sowie längere Zeugenberichte, die in der Ausstellung verfügbar sind, während eine Ausstellung von Dokumenten, Schreiben und Drucksachen aus jener Zeit, ergänzt durch einen fundierten Kommentar, das Bild vervollständigt.

— Stara Kopalnia