„Ich möchte noch einmal im Libanon sein“ – schrieb Juliusz Słowacki 1837 in einem Brief an seine Mutter aus Florenz. Im November 2022 kehrt der Dichter symbolisch nach Ghazir zurück, wo im Kloster des hl. Antonius die zweite Auflage der Ausstellung „Słowacki in Lebanon“ eröffnet wird.
„In diesem Kloster hielt sich Juliusz Słowacki 1837 auf und schrieb Anhelli“ – so lautet die Inschrift auf der Gedenktafel, die in die Steinmauer des Klosters des hl. Antonius (Betcheszban) in Ghazir bei Beirut eingelassen ist. Słowacki lebte dort über einen Monat (vom 20. Februar bis etwa 1. April), lernte Arabisch und verbrachte Zeit mit den Mönchen. In Betcheszban entstand die erste Fassung des Gedichts „Anhelli“, und eine seiner Gestalten, der Engel Eloe, wurde aus Legenden geboren, die er von den Mönchen hörte.
In Zeichnungen und Aquarellen hielt er das Kloster und die Ausblicke fest, die sich von dort eröffnen: die Berge des Libanon, die Bucht und den Sternenhimmel mit seinem Lieblingssternbild Orion. Słowacki verließ das Kloster mit Wehmut: „Nie vergesse ich den Eindruck, den es am letzten Morgen auf mich machte, als ich vom Klopfen an den Türen erwachte, das die in ihren Zellen schlafenden Mönche weckte. So war es an jenem Morgen, so würde es morgen sein, immer so für sie – und ich fuhr nach Beirut, wo ich ein Schiff besteigen und nach Europa segeln sollte, wo niemand auf mich wartet“ – schrieb er in einem Brief an seine Mutter.
Im Kloster in Ghazir, in der Zelle, in der der Dichter wohnte, laufen derzeit die Montagearbeiten für die zweite Ausgabe der Ausstellung „Słowacki in Lebanon“, die vom Adam-Mickiewicz-Literaturmuseum vorbereitet wurde. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Reise des Dichters in den Libanon und seines Aufenthalts in Betcheszban. Die feierliche Eröffnung findet am 7. November in Ghazir statt.
—
Die Ausstellung entstand unter Mitwirkung und unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Republik Polen in Beirut.
Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zum Jahr der Polnischen Romantik (2022) und des Projekts „Juliusz Słowacki im Libanon“, das aus Mitteln des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe gefördert wird.
Drehbuchautorin: Agnieszka Papieska
Kuratoren: Agnieszka Papieska, Jan Owczarek
Wissenschaftliche Beratung: dr hab. Olaf Krysowski
Projektkoordination: dr Anna Lebensztejn
Mitarbeit: Izabela Zychowicz
Englische Übersetzung: Alicja Rosé (Gedichte von Juliusz Słowacki), Agnieszka Walulik
Grafikdesign: Kuba Maria Mazurkiewicz
Dank für die Unterstützung bei der Umsetzung der Ausstellung gilt: dr hab. Henryk Głębocki, prof. dr hab. Maria Kalinowska, Edyta Kędrek-Motyka

Słowacki in Libanon. Ausstellung im Kloster des hl. Antonius in Ghazir
Von Agnieszka Papieska, Jan Owczarek
Dauerausstellung





