Boden und Freunde

Von Marianna Dobkowska, Edith Jeřábková

30. Apr. – 13. Sept., 2026

Die umfassende Ausstellung Boden und Freunde lädt dazu ein, nach unten zu blicken – dorthin, wo unsere Füße die Erde berühren. Sie wurde von der Städtischen Galerie für Zeitgenössische Kunst PLATO in Ostrava in Zusammenarbeit mit dreißig Künstlerinnen und Künstlern sowie dem Zentrum für Zeitgenössische Kunst Zamek Ujazdowski in Warschau vorbereitet. Was, wenn der Boden unser engster und zugleich am wenigsten verstandener Verbündeter ist? Antworten auf diese Frage können in der Ausstellung gesucht werden, die bis zum 13. September geöffnet ist. Das Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen von PLATO.

Die internationale Ausstellung „Boden und Freunde“, die alle Räumlichkeiten der PLATO-Galerie einnimmt, wurde von den Kuratorinnen Marianna Dobkowska und Edith Jeřábková vorbereitet. Sie betrachten den Boden als eine lebendige, dynamische Gemeinschaft von Organismen, Beziehungen und Prozessen – eine grundlegende Bedingung für das Leben auf der Erde und zugleich eine Umgebung, in der nachhaltige Wechselbeziehungen aller Lebewesen, einschließlich des Menschen, entstehen. Die Ausstellung ist eine vielschichtige Erzählung über den Boden als biologisches System, kulturellen Raum, Geschichtsarchiv und auch als politische Frage. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Vorstellungskraft und praktische Erfahrungen im Zusammenhang mit Landbewirtschaftung und Landschaftspflege. Ihre erste Präsentation fand letztes Jahr in Warschau statt.

Die Ausstellung drängt keine fertigen Interpretationen auf. Vielmehr lehrt sie Achtsamkeit – sie ermöglicht es uns, Klänge, Rhythmen, Zyklen und Beziehungen wahrzunehmen, die unserem täglichen Blick entgehen. „Die Erde ist für uns ein Zentrum – ein Ort, an dem Kultur und Natur, Vergangenheit und Zukunft zusammenkommen. Lange Zeit haben wir sie als etwas Nützliches behandelt – eine Ressource, Eigentum, ein Werkzeug. Wir wollen sie als Partnerin zeigen“, sagen die Kuratorinnen der Ausstellung, Edith Jeřábková und Marianna Dobkowska.

Die Ausstellung präsentiert Werke von dreißig Künstlerinnen und Künstlern, die vielfältige Ansätze und Interessensgebiete vertreten. Sie nutzen Film, Installation, Zeichnung, Klangforschung und lebende Materialien. Einige verwenden wissenschaftliche Methoden – sie konstruieren spezielle Mikrofone, um Geräusche unter der Erdoberfläche aufzuzeichnen. Andere stützen sich auf persönliche Erfahrungen im Zusammenhang mit Weidewirtschaft oder der Zucht neuer Pflanzenarten.

Ein wichtiges Thema der Ausstellung ist die regenerative Landwirtschaft und die Wiederherstellung der sogenannten Kohlenstofffunktion des Bodens – seine Fähigkeit, Wasser zu speichern und Kohlenstoff durch mikrobiologische Prozesse und Vegetation zu binden. Künstlerische Projekte zeigen die Abhängigkeiten zwischen Weiden, Pflanzenfressern und Bodenmikroorganismen, machen auf Hirtengemeinschaften aufmerksam und betonen die Bedeutung des Bodens bei der Stabilisierung des Wasserkreislaufs und der Regulierung der Planetentemperatur.

Ujazdowski Castle Centre for Contemporary Art