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Fromm und tugendhaft. Die Danziger früherer Zeiten im Spiegel der Kunst

Dauerausstellung

Die Ausstellung versammelt Skulpturen, Gemälde und Werke des Kunsthandwerks, die vom Beginn des 13. bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Danzig vorhanden waren. Besonderes Gewicht liegt dabei auf den Funktionen, die diese Objekte im Leben der früheren Danziger hatten. Die Ausstellung gliedert sich in drei Zonen. Im ersten Bereich wird die Kirchenkunst gezeigt, im zweiten Objekte, die mit der öffentlichen Tätigkeit der Bürger verbunden sind, und im dritten Gegenstände, die den privaten Raum eines Danziger Hauses ausstatteten.

Wichtig ist außerdem die Unterteilung in Mittelalter und Neuzeit. Die Grenze zwischen beiden markiert die Reformation, eines der bedeutendsten Phänomene nicht nur in der Geschichte Europas, sondern auch in der Geschichte Danzigs. Im Ausstellungsraum trennt symbolisch ein Portal aus der Katharinenkirche die beiden Epochen.

Im Leben der mittelalterlichen Gemeinschaften nahm die Religion einen zentralen Platz ein. Die Frömmigkeit äußerte sich auf verschiedene Weise. Neben der Teilnahme an Gottesdiensten zeigte sie sich in Fasten, Wallfahrten, guten Werken und zahlreichen künstlerischen Stiftungen. Eine besondere Rolle spielten die gemalten oder geschnitzten Retabel (auch Altaraufsätze genannt), die auf den Altar gestellt wurden. Um den Abendmahlstisch konzentrierte sich das religiöse Leben der Gemeinschaft. Daher ist in der Ausstellung die Präsenz von Retabeln oder ihren Fragmenten so zahlreich.

Im neuzeitlichen, also bereits protestantischen Danzig blieb die Religion im gesellschaftlichen Leben weiterhin sehr wichtig. Die Formen der Frömmigkeit veränderten sich jedoch und wurden deutlich einfacher als die katholischen. Dies spiegelte sich auch in den damals entstehenden Kunstwerken wider.

Zugleich griff man gern auf die antike Philosophie der Stoiker zurück, die darauf hinwiesen, dass nur ein tugendhaftes Leben einen Wert habe. Im privaten wie im öffentlichen Leben bemühte man sich daher, einen bestimmten Kanon von Tugenden zu pflegen, und ihre Darstellungen schmückten Stadttore, Herrschaftssitze und private Bürgerhäuser.

In den Händen der die Stadt regierenden Vertreter der oberen Schichten des Bürgertums wurden Kunstwerke so zu einem Mittel, mit dem sie die für sie wichtigsten moralischen, politischen, gesellschaftlichen und religiösen Inhalte ausdrückten.

Die Ausstellung zeigt die Danziger so, wie sie gesehen werden wollten: als fromme Christen und tugendhafte Mitglieder der städtischen Gemeinschaft. Waren sie tatsächlich so? Auf diese Frage geben die Kunstwerke keine eindeutige Antwort. Sie helfen jedoch, die Welt der Menschen zu verstehen, die vor uns in Danzig lebten.

Szenario: Weronika Grochowska und Magdalena Mielnik Kuratoren: Anna Baranowska-Fietkiewicz, Weronika Grochowska, Lech Łopuski, Magdalena Mielnik, Beata Sztyber, Alicja Andrzejewska-Zając, Maja Mociewicz, Beata Purc-Stępniak Koordination: Agata Abramowicz und Franciszek Skibiński Grafische Gestaltung: Hardziej Studio (Patryk Hardziej und Ada Zielińska)

Die Ausstellung kann mit dem Audioguide in der mobilen App besucht werden. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, die gezeigten Werke aus neuer Perspektive zu entdecken und das Wissen über die Exponate zu vertiefen.

Es genügt, die App appaudioguide.com/mngshareapp herunterzuladen

— National Museum in Gdańsk
Quelle: mng.gda.pl/wystawy/pobozni-i-cnotliwi