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Volkskultur Danziger Pommerns

Dauerausstellung

Sitz der Abteilung für Ethnografie des Nationalmuseums in Danzig ist das dreigeschossige Gebäude des Abteikornspeichers (Spichlerz Opacki), das zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Abt Franciszek Mikołaj Zaleski errichtet wurde. Das Baujahr (1723) ist auf einer Kartusche über dem Eingangsbogen vermerkt, eingemeißelt am Fuß des Wappens Godziemba.

Die in seinen Räumen präsentierte Ausstellung befasst sich mit den traditionellen Formen der ländlichen Wirtschaft verschiedener ethnischer Gruppen, die im Gebiet des Danziger Pommerns leben: Kaschuben, Kociewiaken, Borowiaken, Powiślanern und Żuławiern. Das gezeigte Material ermöglicht es, die grundlegenden, mit dem Alltag verbundenen Tätigkeiten dieser Gruppen nachzuvollziehen: Fischerei, Ackerbau, Viehzucht und die häusliche Lebensmittelverarbeitung. Sie umfasst eine Zeit, in der die bäuerliche Wirtschaft noch weitgehend autark war und viele notwendige Werkzeuge und Geräte in Eigenarbeit hergestellt wurden.

Chronologisch erstreckt sich die Ausstellung von der Mitte des 19. bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei viele der gezeigten Objekte eine Form bewahrt haben, die weit in eine frühere Zeit zurückreicht.

Die natürlichen Bedingungen dieses Kulturraums, zahlreiche Flüsse und Seen sowie die Meeresküste, schufen günstige Voraussetzungen für die Entwicklung verschiedener Formen der Fischerei. Die Ausstellung zeigt eine große Vielfalt an Arbeitsgeräten, von den einfachsten für den individuellen Fang bis zu komplizierteren, sowohl in ihrer Konstruktion als auch in ihrer Handhabung.

Die wichtigste Beschäftigung der Bewohner Pommerns, die die Lebensgrundlage bildete, war der Ackerbau und die damit verbundene Viehzucht. Die in diesem Teil der Ausstellung versammelten Geräte veranschaulichen den gesamten Zyklus der landwirtschaftlichen Arbeiten: Lockern des Bodens, Pflügen, Pflege der Pflanzen, Ernte und Dreschen.

Mit dem Ackerbau eng verbunden war die Viehzucht. Sie lieferte wertvolle Nahrungsmittel: Fleisch, Eier, Milch, Fette; Rohstoffe: Häute, Wolle, Federn, Horn, Borsten; sowie den für die Bodendüngung unentbehrlichen Dünger. Weit verbreitet war die Bienenzucht. Fast jeder Hofbesitzer hielt mehrere Bienenstöcke. Für diese Region besonders charakteristisch waren die Strohbienenstöcke, im Volksmund Koszki genannt, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.

Die Ernährung der Landbevölkerung beruhte größtenteils auf Produkten des eigenen Hofes. Die Objekte der Ausstellung zum Haushalt betreffen die Verarbeitung von Getreide, Fleisch, Milch und Fisch. Wir präsentieren Geräte und Gefäße, die in Küche und Speisekammer verwendet wurden und mit der Zubereitung und dem Verzehr von Mahlzeiten zusammenhängen.

Im Garten neben dem Speichergebäude können Sie Werke pommerscher Volkskünstler bewundern, die während des auf dem Gelände stattfindenden Freilicht-Plenars entstanden: malerische Bildstöcke mit Heiligenfiguren im Inneren sowie einige figürliche Bienenstöcke.

Kuratorin: Teresa Przała Bearbeitung: Wiktoria Blacharska

— National Museum in Gdańsk