Regelmäßig wechselnde Kunstinterventionen im Schlosslabyrinth entstehen im Rahmen der kuratorischen Projekte Kunst für die Stadt. Die ausgewählten Kunstwerke für das Jahr 2026 von Jakub Choma, Stanislav Zábrodský und Tomáš Roubal entwickeln das Thema des Labyrinths als Metapher für eine Welt, die von sichtbaren und verborgenen Orientierungssystemen geformt wird, und knüpfen lose an das Thema der Ausstellung Labyrinth: Landschaft des inneren Verirrens im Inneren des Schlosses an.
Die Werke eröffnen mittels Objekten, Licht, Technologien und performativen Elementen Fragen der Navigation, Kontrolle, des Vertrauens und der Beziehung des Menschen zur sich ständig wandelnden Realität. Die Installationen laden die Besucher ein, den Garten als einen Ort aktiv zu erleben, der auf immer neue Weisen kennengelernt und entdeckt werden kann. Neben der Objektrealisierung umfassen die Installationen auch Tanzperformances, die in Zusammenarbeit mit den Choreographen der Organisation SE.S.TA – Kristián Mensa, Hana Polanská und Viktor Černický – entstehen.
Stanislav Zábrodský (& Kristián Mensa) – Ungrounded
(Enthüllung 28. Juli 2026)
Die Realisierung Ungrounded für die Gärten des Schlosses Troja basiert auf den wechselnden Weisen, wie wir uns in verschiedenen Epochen zu unsichtbaren Kräften verhalten. Ähnlich wie mittelalterliche Kosmologien die irdische und himmlische Ordnung miteinander verbanden, verbinden zeitgenössische Infrastruktursysteme menschliches Handeln mit geophysikalischen Prozessen. Die einzelnen Schichten des Objekts basieren auf technischen Zeichnungen und Diagrammen der frühen Moderne, die neben Anleitungen zum Bau von Maschinen und Erfindungen visuelle Modelle des damaligen Denkens spiegeln, das danach strebte, das zu erfassen, was die menschliche Wahrnehmung überstieg.
Modernistische Paradigmen treten in der Arbeit Ungrounded in zyklische Beziehungen zu ihrer zeitgenössischen Neuinterpretation, in der das Ausmaß der Messbarkeit, Darstellbarkeit und technischen Verwertbarkeit in zuvor unvorstellbare Dimensionen verschoben wird, bis es wieder außer Kontrolle gerät. Eine Maschine, die ihren ursprünglichen Zweck vergessen hat, eröffnet die Entwicklung der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts als kontinuierlichen materiellen Prozess, dessen Folgen sich systematisch in Landschaft, Körper, Archiven und geologischen Schichten ablagern. Die unsichtbaren Kräfte, die die moderne Rationalität zu messen und technisch zu beherrschen versuchte, kehren so als ungreifbares Echo einer tiefen Zeit zurück, die in der zeitgenössischen technologischen Materialität lebendig wird.
Jakub Choma (& Hana Polanská) – Circle With Many Centers
(Enthüllung 11. August 2026)
Jakub Chomas Werk bewegt sich in der flüchtigen Reibung zwischen digitaler Fluidität und materieller Dichte, wobei es die unsichere Position menschlicher Handlungsfähigkeit in einer Landschaft totaler technologischer Mediation untersucht.
Das „Wegweiser“-Kunstwerk Circle With Many Centers von Jakub Choma stört Navigationssysteme, um sie als Symbol der Kontrolle zu entlarven und uns dazu zu zwingen, Realität, Simulation und Entscheidungen im Spätkapitalismus zu hinterfragen. Chomas „Wegweiser“, denen sich der Künstler schon lange widmet, untersuchen Orientierungs- und Navigationsmarkierungssysteme sowohl in der realen Welt als auch im digitalen Bereich: von hölzernen Touristenschildern in der Natur über urbane Leuchtreklamen bis hin zu Büroordnungen. Während diese Zeichen normalerweise Klarheit und klare Richtung bieten, stört Jakub Choma ihre Funktionalität.
Das Zeichen führt hier, anstatt zu erleichtern, in die Irre und schafft Ambivalenz. Anstatt uns zu leiten, weckt es Zweifel daran, wo wir uns befinden, wohin wir gehen und ob wir den Informationen um uns herum überhaupt vertrauen können. Das Zeichen hört auf, die Rolle eines Helfers zu spielen und wird zu einem Symbol der Kontrolle; es verweist auf ein unsichtbares System des Spätkapitalismus, das unsere Entscheidungen lenkt, reguliert und formt, während es selbst ungreifbar bleibt. Obwohl die Skulpturen den Eindruck erwecken, Industrieabfälle oder Readymade-Elemente zu integrieren, sind sie in Wirklichkeit sorgfältig konstruiert. Der Künstler nutzt diese Spannung, um die verschwommene Grenze zwischen Realität und Simulation im zeitgenössischen Leben zu betonen.
Tomáš Roubal (& Viktor Černický) – Claude
(Enthüllung 25. August 2026)
Tomáš Roubal widmet sich der Bildhauerei, Malerei und Zeichnung. Seine Werke reagieren kritisch auf aktuelle gesellschaftliche Probleme und politische Ereignisse. Typisch für ihn ist ein visuell verständlicher, einfacher, fast zeichnerischer Stil. In letzter Zeit arbeitet er hauptsächlich mit Metall.
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Labyrinth 2026
1. Juli – 31. Okt., 2026



