Am Dienstag, dem 24. März, fand in der bis auf den letzten Platz gefüllten Berliner Außenstelle des Instytut Pileckiego die Vernissage einer neuen Ausstellung statt. Zu den Gästen zählten Vertreterinnen und Vertreter von Medien, Museen, Think Tanks und der Politik, darunter der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter. Die Ausstellung ist eine leicht veränderte Fassung der Schau „Warszawa od nowa. Fotografie reporterskie 1945–1949“, die derzeit im Dom Spotkań z Historią gezeigt wird. Bei der Eröffnung sprachen die Leiterin der Berliner Außenstelle des Instytut Pileckiego, Hanna Radziejowska, die Kuratorinnen der Ausstellung Anna Brzezińska und Katarzyna Madoń-Mitzner sowie der polnische Botschafter in Berlin, Jan Tombiński, Geschäftsträger ad interim.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von einigen Dutzend Fotografien des Warschaus der Nachkriegszeit aus der zweiten Hälfte der 1940er Jahre. Vor dem Hintergrund fast vollständiger Zerstörung bilden die Aufnahmen ein kollektives Porträt der Warschauerinnen und Warschauer, die ihre Stadt und ihr Leben wieder aufbauen. Dank der Bilder junger Fotoreporter erleben wir die Wiedergeburt Warschaus hautnah und spüren ihre Energie. Die Fotos stammen von jungen Reportern, die mit unmittelbar nach dem Krieg tätigen Fotoagenturen verbunden waren, darunter Jerzy Baranowski, Stanisław Dąbrowiecki, Wojciech Kondracki, Jan Tymiński, Stanisław Urbanowicz und Zdzisław Wdowiński, sowie von den Kameraleuten Wiktor Janik und Karol Szczeciński. Die Präsentation in Berlin wurde vom Instytut Pileckiego in Zusammenarbeit mit dem Dom Spotkań z Historią und der Miasto Stołeczne Warszawa vorbereitet.
„Warschau ist eine Stadt mit einer besonderen Geschichte, einer Geschichte des Kampfes um Freiheit, aber auch einer Geschichte des Wiederaufbaus. Vielleicht spricht jeder so über seine Stadt, doch für uns Warschauer hat das eine besondere Bedeutung. Wir lieben Warschau und kehren immer zu ihm zurück, auch dann, wenn es zerstört ist und nur Ruinen übrig bleiben. Genau davon erzählt diese Ausstellung. Nicht nur von Ruinen und Zerstörung, sondern vor allem vom Geist Warschaus und von der Kraft, die es ermöglicht, sich nach einer Katastrophe aufzurichten und neu anzufangen“, sagte Hanna Radziejowska, Leiterin der Berliner Außenstelle des Instytut Pileckiego.
„Diese Geschichte gehört nicht allein der Vergangenheit an“, betonte sie mit Blick auf aktuelle Ereignisse. „Wenn wir heute sehen, was Russland der Ukraine antut, die immer neuen Angriffe, darunter die jüngsten Drohnenschläge auf Lwiw und massiven Beschüsse, dann erkennen wir klar, wie sehr die Erfahrung Warschaus aktuell bleibt. Die Schicksale dieser Städte sind miteinander verbunden. So wie einst Warschau muss heute die Ukraine ihren Kampf um Freiheit und Demokratie führen.“ Keine andere Hauptstadt Europas erlitt so weitreichende Zerstörungen wie Warschau. Im linksseitigen Teil der Stadt wurde das städtische Gewebe nahezu vollständig vernichtet. Etwa 84 Prozent der Bebauung verschwanden, darunter 90 Prozent der Industrie- und historischen Gebäude sowie knapp drei Viertel der Wohnhäuser.
„Die Fotografie ist das wichtigste Mittel, um zu erzählen, was geschehen ist“, sagte Katarzyna Madoń-Mitzner. Wie sie hervorhob, sind aus dieser Zeit etwa 30.000 Fotos erhalten, die bereits digitalisiert wurden, wobei bekannt ist, dass mindestens 18 Millionen entstanden sind. „Die Polska Agencja Prasowa hat also noch enorme Arbeit vor sich“, fügte sie hinzu. Madoń-Mitzner wies darauf hin, dass die gezeigten Fotografien zwar außergewöhnlich sind, aber auch von einer gewissen Traurigkeit begleitet werden. „Es ist auch eine Geschichte über Polen, das hinter dem Eisernen Vorhang abgeschnitten war“, merkte sie an. Gerade deshalb fanden sie seinerzeit keinen Platz im weltweiten Kanon der Fotografie, die die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dokumentiert.
Wie sie ergänzte, blieben viele ähnliche Fotos jahrelang unbekannt. „Solche Bilder gab es in den Archiven nicht. Sie fielen der Zensur zum Opfer. So funktionierte die kommunistische Diktatur.“ Sie betonte außerdem, dass sich die Ausstellung nicht ausschließlich auf den Wiederaufbau der Stadt konzentriert. „Dies ist nicht nur eine Ausstellung über den Wiederaufbau Warschaus, sondern über die Arbeit der Menschen.“
„Die Fotografen durchstreiften einfach die Stadt, dokumentierten Orte, Menschen und Kinder und hielten das Leben so fest, wie es war“, sagte wiederum die zweite Kuratorin, Anna Brzezińska. Wie sie betonte, fand man in den Ruinen, als die Sowjets in Warschau einmarschierten, nur etwa 900 Menschen, die sich versteckten…

DSH ON TOUR | „Warszawa od nowa“ in Berlin
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