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18. Ausgabe des Fotografischen Kabinetts / Konrad Brandel. Visionär und Dokumentarist

Von Magdalena Bajbor

16. Dez. 2026 – 21. März 2027

Konrad Brandel war eine außergewöhnlich aktive und schöpferische Persönlichkeit unter den polnischen Berufsfotografen der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts.

Mit Leidenschaft widmete er sich dem neuen Bereich der Bildgestaltung und wusste die Kraft des modernen Mediums brillant zu nutzen. In der Ausstellung sind die ältesten Fotografien der Welt zu sehen, die während eines freien Ballonflugs entstanden sind. Diese lichtempfindlichen Bilder, aufgenommen aus einer bis dahin unzugänglichen Perspektive, zeigen Ansichten Warschaus, die Brandel im Sommer 1865 festhielt. Kurz nach diesem spektakulären Ereignis inszenierte der Fotograf ein Selbstporträt mit seiner Kamera in der Gondel eines Ballons. Später verwendete er diese Arbeit häufig in Werbefotomontagen für sein Atelier.

Brandel dokumentierte die Stadt unermüdlich: die Veränderungen der Warschauer Architektur, wichtige Ereignisse, aber auch den Alltag der Bewohner, wobei er stets auf durchdachte Komposition und die ästhetische Wirkung des Bildausschnitts achtete. 1883 konstruierte er den Fotorevolver, eine tragbare Kamera für Aufnahmen „aus der Hand“, die es ihm ermöglichte, ungestellte Straßenszenen festzuhalten, und ihm den Ruf eines herausragenden Chronisten des Lebens in der Hauptstadt einbrachte. Dank seiner wegweisenden Arbeit können wir ihn als Vater des polnischen Fotojournalismus bezeichnen.

Zweifellos war Konrad Brandel ein Visionär, der seiner Zeit voraus war.

Kuratorin: Magdalena Bajbor

— National Museum in Warsaw