EDWARD DWURNIK: STOLZ UND SCHAM

Von Łukasz Ronduda

31. Juli 2026 – 28. Feb. 2027

Ich male Menschen hauptsächlich aus Mitleid – mit ihrer Unvollkommenheit und meiner eigenen. Weil es schade ist, dass das Erwachsenenleben im Grunde ein nie endender Versuch ist, unsere körperlichen Grenzen zu überwinden, ein Kampf mit Faulheit, mit den eigenen Unzulänglichkeiten. … Mein Traum ist es, dass die Bilder, die ich male, eines Tages in den Häusern meiner Modelle landen und Teil ihres Alltags werden.

Edward Dwurnik Stolz und Scham konzentriert sich auf Dwurniks Schaffen aus den 1970er und 80er Jahren und präsentiert zwei seiner Hauptserien: Sportler und Arbeiter. Die kuratorische Absicht war es, die Haltung des Künstlers zu rekonstruieren, die er Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre entwickelte – gegen den Elitismus der Kunst, sympathisierend mit künstlerischen Außenseitern, die malerische Tätigkeit vor allem als Dokument des gesellschaftlichen Lebens begreifend. Dwurnik glaubte an den Realismus in der Kunst, an ihre Auseinandersetzung mit dem alltäglichsten Leben; er hielt dies für egalitär, da es ihm half, mit den Menschen zu kommunizieren, die er porträtierte. Mit anderen Worten, Edward Dwurnik glaubte, dass das Medium der Malerei sowohl die Gemeinschaft ausdrücken als auch fördern könnte. Die Ausstellung greift etwas auf, das für die polnische Identität in den letzten fünfzig Jahren von zentraler Bedeutung ist – nämlich die Erfahrung sozialer Mobilität und einer neu gestalteten Klassengesellschaft.

Museum of Modern Art in Warsaw