JULIE MEHRETU: KAIROS/HAUNTOLOGISCHE VARIATIONEN

Von Szymon Żydek based on an original curatorial concept by Susanne Gaensheimer, Sebastian Peter, Szymon Żydek na podstawie koncepcji kuratorskiej Susanne Gaensheimer, Sebastiana Petera

20. März – 30. Aug., 2026

Mit „Kairos / Hauntologische Variationen“ wird das Werk von Julie Mehretu (geb. 1970, Addis Abeba), einer gefeierten amerikanischen Künstlerin mit äthiopischen und polnischen Wurzeln, erstmals in Polen gezeigt. Im Titel der Ausstellung begleitet der altgriechische Begriff Kairos – ein kritischer Wendepunkt – Derridas Hauntologie – einen Zustand, in dem die Gegenwart von Geistern einer ungelösten Vergangenheit heimgesucht wird. Mehretus Werk interpretiert das Erbe des amerikanischen abstrakten Expressionismus neu und etabliert sie als eine der einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit – seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt sie die zeitgenössische Malerei. Ihre Kompositionen schöpfen aus Karten, Poesie und Literatur, Musik und Kunstgeschichte, und am prominentesten aus Pressefotografie und soziopolitischen Ereignissen; diese vielfältigen Quellen dienen als intellektuelle und kompositorische Ausgangspunkte für ihre Praxis in Malerei, Zeichnung und experimenteller Druckgrafik. Die Ausstellung ist umfassend und bringt Werke aus verschiedenen Perioden nach Warschau: von den analytischen Diagrammen der späten 1990er Jahre über Zeichnungen und Aquarelle sowie Arbeiten auf Papier und Mylar aus den 2000er Jahren bis hin zu den neuesten, großformatigen Gemälden, deren dichte Schichtung als seismografische Aufzeichnung der heutigen globalen Spannungen dient – alles wird so präsentiert, dass es einen tieferen Einblick in die künstlerische Praxis gibt.

Museum of Modern Art in Warsaw