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SKULPTUR JENSEITS DES FESTEN

Von Jagna Lewandowska, Szymon Maliborski

16. Okt. 2026 – 28. Feb. 2027

Die Ausstellung präsentiert zeitgenössische skulpturale Praktiken, die den Verlust formaler Stabilität als Ausgangspunkt nehmen – verstanden nicht als Metapher für Krise oder als Vorbote einer Katastrophe, sondern als Quelle kreativer Spannung. Was einst als Ziel skulpturalen Schaffens galt – Beständigkeit, Abgeschlossenheit und die Vollendung des fertigen Werks –, erscheint nun unzureichend. In einer Welt, in der der Boden nachgibt, gibt sich die Skulptur nicht als Fundament aus. Form verschwindet nicht, wird aber zu einer vorübergehenden Konfiguration aus Prozessen, Spannungen und Beziehungen.

Die Ausstellung versammelt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die Skulptur als System von Kräften begreifen: Flüsse und Transformationen, Spannungen und Abhängigkeiten zwischen Prozess und Masse. Bezüge zu biologischen Formen und zum menschlichen Körper lenken den Blick auf Skulptur als vergängliche Struktur, empfänglich für Druck, Abnutzung und Veränderung. Fließende Übergänge zwischen künstlichen und natürlichen Materialien, organische Formen und Formen, die von mechanischer Produktion inspiriert sind, unterstreichen das metamorphe Potenzial der Materie. Materie ist kein passives Medium, sondern trägt Spuren ihrer Herkunft, ihrer Verwendung und ihres Kontakts mit Körpern. Die Ausstellung stellt diese Qualitäten in den Vordergrund und versteht Skulptur als materiell verortete Ausdrucksform innerhalb des Museumsraums. Die Objekte nehmen Bezug auf die Architektur des Gebäudes, treten mit Licht und der Bewegung der Besucherinnen und Besucher in Wechselwirkung und breiten sich in Korridore, das Treppenhaus und weitere Gemeinschaftsbereiche aus. Anstatt eine lineare Erzählung zu bilden, schaffen sie einen vorübergehenden Rahmen für Körper und Objekte in Bewegung – ein Gefüge für beiläufige Beziehungen.

Dieses gemeinsame Handlungsfeld versammelt: Isabelle Andriessen, Patricia Ayres, Olga Balema, Beatrice Bonino, Manuel Burgener, Giulia Cenci, Phoebe Collings-James, June Crespo, Michael Dean, Matyáš Fiala, Zuza Golińska, Alexandra Hunts, Agata Ingarden, Edith Karlson, Kaarel Kurismaa, Mónica Mays, Gizela Mickiewicz, Narges Mohammadi, Anna Myszkowiak, Jack O'Brien, B. Ingrid Olson, Dominika Olszowy, Katarzyna Przezwańska, Jessi Reaves, Ken Sortais, Teresa Solar Abboud, Iza Tarasewicz, Tatiana Trouvé, Kaari Upson, Dominique White, Nicole Wermers.

Ihre Werke bekräftigen die Idee einer Kunst, deren Stärke aus Offenheit und Empfänglichkeit für Veränderung erwächst. Anstelle einer katastrophischen Erzählung schlagen sie eine generative Praxis der Neuordnung vor: Verstreutes verbinden, Zerbrechliches bewahren und die Bedingungen für weitere Transformationen schaffen.

— Museum of Modern Art in Warsaw