Die Glyptoteket präsentiert eine neue Ausstellung, die sich auf Edgar Degas' rätselhaftes Werk Tanzübungen im Foyer und die Forschungsarbeiten konzentriert, die kürzlich eine neue Datierung des Gemäldes vorgeschlagen haben.
Die Ausstellung Degas' Besessenheit taucht in dieses eine Gemälde ein und versucht, die Geschichte des Gemäldes und seine Verbindung zu Degas' künstlerischer Praxis zu verstehen.
Ballettszenen waren ein zentraler Punkt für Edgar Degas während seiner gesamten Karriere. Doch Tanzübungen im Foyer ist im Vergleich zu seinen anderen Ballettgemälden schwer einzuordnen. Das Gemälde wirkt auf den ersten Blick rätselhaft – scheinbar nicht fertig, mit sehr ungleichmäßig aufgetragenen Farbschichten, drastisch unterschiedlichen Tönen und einem dominierenden Schatten einer teilweise übermalten Figur. Diese unerklärlichen visuellen Mysterien lösten ein umfassendes Forschungsprojekt aus, das von der Kunsthistorikerin Dr. Line Clausen Pedersen in Zusammenarbeit zwischen der Glyptoteket und dem Getty in Los Angeles geleitet wurde.
Auf der Grundlage der neuen technischen Untersuchungen schlagen die Forscher vor, dass das Werk viel früher als bisher angenommen begonnen wurde und dass Degas fast 30 Jahre daran gearbeitet hat.
Die neuen Untersuchungen enthüllen auch eine bisher unbekannte übermalte Tänzerin. Querschnitte der Farbschichten zeigen, dass das Gemälde bis zu 14 Farbschichten enthält, weil Degas das Gemälde immer wieder verändert, in der Farbe gekratzt, Figuren übermalt und neue hinzugefügt hat. Tanzübungen im Foyer ist daher sowohl eines der ersten als auch der letzten Werke, in denen er das Ballettmotiv bearbeitete und entwickelte. Das macht Tanzübungen im Foyer zu einem einzigartigen Werk in Degas' Produktion.
Die Ausstellung Degas' Besessenheit lädt die Gäste der Glyptoteket in das Labor der wissenschaftlichen Forschung und der technischen Kunstgeschichte ein. Ein Werk steht im Mittelpunkt, aus seinem Rahmen genommen und in die Mitte des Raumes gestellt, so dass es aus allen Winkeln betrachtet werden kann. Durch die fünf Räume der Ausstellung werden die Besucher in die Rätsel des Gemäldes eingeführt und verfolgen die Entdeckungen der Forscher. Durch Filme, Texte und technische Analysen werden die verborgenen Geheimnisse des Gemäldes enthüllt, die normalerweise mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

Degas' Besessenheit
8. Mai 2025 – 29. Nov. 2026





