Der Nahe Osten, Zypern, Etrurien und Palmyra

Dauerausstellung

Der Gründer der Glyptothek, Carl Jacobsen, wollte mit seiner Skulpturensammlung die erhabenste Kunst aus der gesamten Geschichte der Menschheit präsentieren. Der Schwerpunkt lag auf Ägypten, Griechenland und Rom, aber zu dieser Erzählung gehörten auch Kulturen, die zeitlich und räumlich an diese großen Kulturen grenzten.

Die Ausstellung „Der Nahe Osten, Zypern, Etrurien und Palmyra“ zeigt die Sammlungen von Altertümern aus den Kulturen rund um das Mittelmeer und im Nahen Osten (6000 v. Chr. – 300 n. Chr.).

Die Ausstellung konzentriert sich in einer Reihe von Schwerpunkten auf die materiellen Besonderheiten der jeweiligen Kulturen und präsentiert eine Vielzahl unterschiedlicher Objekte, von architektonischen Überresten historischer Bauwerke bis hin zu Opfergaben, die in Heiligtümern geweiht oder in Gräbern niedergelegt werden konnten.

Der Nahe Osten war schon immer ein Treffpunkt zwischen Ost und West, und nicht ohne Grund wird die Region auch als Wiege der Kultur bezeichnet, da hier zuerst Landwirtschaft, Schriftsysteme und komplexe Gesellschaftsformen entwickelt wurden. Die ausgestellten Objekte stammen aus den antiken nahöstlichen Kulturen in Anatolien (Türkei), Syrien, Phönizien (Libanon), Mesopotamien (Irak) und Persien (Iran).

Im Laufe der Zeit existierten hier verschiedene Kulturen, die wir durch archäologische und schriftliche Quellen kennen.

Die Sammlung der Glyptothek umfasst sowohl Werkzeuge, Gefäße und kleine Figuren von Tieren und Menschen aus frühesten Zeiten (6500-2500 v. Chr.) als auch zwei etwas größere Skulpturen und beeindruckende Reliefs aus Palästen der letzten Jahrtausende v. Chr. Reliefs aus dem Palast Assurbanipals II. in Nimrud (dem antiken Kalhu) mit magischen Wesen mit Flügeln und gehörnten Kronen und feinen blau verzierten Kacheln aus Babylon.

Die Lage der Insel Zypern im östlichen Mittelmeerraum und die reichen Vorkommen an natürlichen Ressourcen wie Kupfer haben sie im Laufe der Geschichte zum Objekt der Begierde vieler verschiedener Großmächte gemacht.

In der Antike waren die Königreiche der Insel daher abwechselnd assyrischen Königen und ägyptischen Pharaonen, griechischen Feldherren und römischen Kaisern unterstellt.

Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von Objekten, die einen Einblick in die Geschichte der Insel und den Einfluss verschiedener Kulturen auf das zypriotische Handwerk und die Kultur geben. Dazu gehören u. a. Bronzegefäße aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., lebensgroße Priesterstatuen aus Kalkstein und mundgeblasene Glasflaschen, die einst kostbare Parfüme enthielten, die auf der Insel hergestellt wurden.

Bevor sich das Römische Reich über den Mittelmeerraum ausbreitete, waren die Etrusker eine seiner mittelitalischen Nachbarkulturen. In der Landschaft zwischen den Flüssen Arno und Tiber, die heute als Toskana bekannt ist, lagen die etruskischen Städte, Heiligtümer und Grabstätten. Insbesondere aus letzteren stammt die große Sammlung etruskischer Objekte der Glyptothek.

In der Ausstellung sind Porträts der Etrusker zu sehen, die in Heiligtümern und Gräbern aufgestellt wurden. Darüber hinaus gibt es Terrakotta-Ornamente aus etruskischen Gebäuden, und die Ausstellung präsentiert auch Grabdenkmäler und Urnen sowie eine Fülle von Gaben, die die Toten in den Gräbern begleiteten. Diese zeugen von verschiedenen Vorstellungen und Ritualen, z. B. dem Festmahl, das für die Etrusker eine große Rolle spielte.

Diese und andere Szenen aus dem Grab und dem Jenseits erscheinen auch entlang der Ausstellungswände in der einzigartigen Sammlung von Kopien etruskischer Grabmalereien der Glyptothek, die von italienischen Malern Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative des Glyptothek-Gründers Carl Jacobsen angefertigt wurden.

In der syrischen Wüste, an der alten Handelsroute zwischen dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten, lag die Oasenstadt Palmyra. Wasser war für durchreisende Karawanen lebensnotwendig, und auf dieser Grundlage wuchs Palmyra groß und reich, bevor die Stadt zugrunde ging, nachdem sie im 3. Jahrhundert n. Chr. gegen das Römische Reich aufgestanden war.

In der Glyptothek befindet sich eine große Sammlung von Skulpturen aus Palmyra. Der größte Teil stammt aus Gräbern, die die Palmyrener als „Häuser für die Ewigkeit“ bezeichneten. Die großen Grabgebäude lagen außerhalb der Stadt und konnten ganze Familien aufnehmen, die sich gegenseitig Bilder zu Ehren und zum ewigen Gedenken an die Verstorbenen aufstellten. Zusammen geben diese einen Einblick in die palmyrenische Gesellschaft und die Vorstellungen, die das Jenseits und die Erinnerung an Familienmitglieder umgaben.

Ny Carlsberg Glyptotek