Die Sammlung zeigt insbesondere die Experimente rund um die Landschaftsmalerei. In den 1820er Jahren begannen Künstler, sich vom Kopieren und Darstellen einer idealisierten Natur zu lösen.
Stattdessen wollte man die Natur erleben und fühlen und bewegte sich in eine realistischere Richtung. Während Camille Corot in seinen kleinen, in der Natur ausgeführten Studien darum bemüht war, Lichteffekte und Atmosphäre einzufangen, suchten die Maler der Schule von Barbizon, Théodore Rousseau und Narcisse-Virgilio Díaz de la Peña, die unberührten Landschaften des Waldes von Fontainebleau auf.
Diese Neuerungen erhoben die Landschaft zu einem eigenständigen Thema, das nicht länger der Historienmalerei untergeordnet war.
Die Zeit war geprägt von politischen Umwälzungen in Frankreich mit verschiedenen Machthabern und drei Revolutionen, was sich auch in der Kunst zeigte. Es gab Konflikte zwischen der akademischeren Kunsttradition und dem Wunsch, dass die Kunst präzisere Darstellungen der Realität schaffen sollte.
Diese lösten sich nicht gegenseitig ab, sondern existierten nebeneinander, und die verschiedenen künstlerischen Ideale wirbelten durcheinander.
In der Sammlung kann man sehen, wie die Werke in Stil, Motiv und Format variieren. Dies zeugt von einem technisch sehr hohen Niveau, und egal welche künstlerischen Ideale zugrunde lagen, die Künstler gingen radikal vor – entweder innerhalb der gängigen Rahmen oder um diese zu durchbrechen.
Die politischen und kulturellen Rahmenbedingungen waren entscheidend für die Kunst. Die Werke des Bildhauers Jean-Baptiste Carpeaux zeugen von der engen Verbindung zwischen Kunst und Kaiserreich.
Die französische Kunstakademie, die Académie des Beaux-Arts, war auch für die Karriere der Künstler sowie für die Entwicklung der Kunst von entscheidender Bedeutung. Ein Platz an der Akademie ermöglichte es, Kunstwerke zur jährlichen Kunstausstellung, dem Salon, einzureichen, der das größte Kunstereignis in Europa war.
Die Künstler, die nachträglich als Vorläufer des Impressionismus betrachtet wurden, wie Gustave Courbet und Édouard Manet, standen in Opposition zu den akademischen Traditionen.

Französische Kunst 1800-1870
Dauerausstellung





