Die Ausstellung Französische Kunst 1870-1925 präsentiert Meisterwerke und verborgene Schätze aus der eigenen Sammlung der Glyptotek.
Entdecken Sie eine Auswahl aus der hervorragenden Sammlung von Werken Paul Gauguins der Glyptotek. Oder tauchen Sie ein in eine Vielzahl weiterer Hauptwerke einiger der bedeutendsten Künstler der Epoche wie Paul Cézanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh, Claude Monet und Berthe Morisot.
Durch hauptsächlich Ölmalerei, aber auch Pastell und kleinere Skulpturen aus Marmor, Bronze und Keramik, zeichnet die Ausstellung eine dichte Erzählung der Kunst dieser Periode, reich an Variation, Intensität und Erfindungsreichtum.
1874 beschloss eine Gruppe Pariser Künstler, ihre Werke gemeinsam auszustellen, um gegen die Ablehnung durch den offiziellen Ausstellungsort, den Salon, zu protestieren.
Die Gruppe erhielt später den Namen ‚Impressionisten‘ und umfasste Künstler wie Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir.
Zusammen repräsentierten sie eine völlig neue Malerei, bei der Licht und Farbe die tragenden Elemente wurden. Sie arbeiteten oft im Freien, was ihnen die besten Möglichkeiten bot, das flüchtige Licht, die Farbe und die Bewegung des Augenblicks zu beobachten, sei es eine Landschaft oder das geschäftige Leben der Großstadt, das wiedergegeben werden sollte.
Der Stil war gekennzeichnet durch vibrierende, ungemischte Farbpigmente in dicken Schichten und unkonventionelle Bildausschnitte.
In den 1880er und 1890er Jahren entstand in Europa ein Wirrwarr künstlerischer Richtungen im Dialog mit und in Opposition zu den Impressionisten.
Die Malerei sollte nicht länger eine Spiegelung der gesehenen Welt und ihrer Phänomene sein. Sie sollte zu einer eigenständigen Kunstform mit ihren ganz eigenen und besonderen Ausdrucksmöglichkeiten gemacht werden. Edgar Degas – und später Paul Gauguin – waren darauf bedacht, die Kunst zu mehr als nur einer Abbildung des Beobachteten zu machen.
Vincent van Goghs expressiver Einsatz von Farben und Ölmalerei trieb die Malerei ins Dramatische, während Paul Cézanne intellektueller vorging und die Fläche und das Volumen der Malerei herausforderte. Pierre Bonnard malte intime Innenraumszenen mit kühnen Ausschnitten, während Henri de Toulouse-Lautrec und Pablo Picasso das moderne Großstadtleben porträtierten.
Die europäische Malerei schlug viele neue Wege ein und wurde von einem sich schnell wandelnden Kunstmarkt aufgenommen, auf dem das konservative Ausstellungsforum Salon in Paris nicht länger ein Monopol auf den Markt oder den guten Geschmack hatte.
Beim Tod Edgar Degas’ wurden in seinem Atelier über 150 Wachsfiguren gefunden. Abgesehen von der Skulptur Kleine Tänzerin, 14 Jahre waren diese Wachsfiguren nie als Kunstwerke gedacht. Es handelte sich vielmehr um Übungsstücke, die Degas zur Untersuchung der Bewegung, des Gleichgewichts und der Proportionen des Körpers verwendete.
72 der Figuren wurden von den Nachkommen des Künstlers in Bronze gegossen, und die Glyptotek ist eines der wenigen Museen weltweit, das die komplette Sammlung besitzt.
In der Ausstellung können Sie eine Auswahl von Degas’ balancierenden Ballerinas, Frauen bei ihrer Toilette und Pferden im Galopp oder in Ruhe erleben.
Seit 1949 ist Edgar Degas’ Skulptur Kleine Tänzerin, 14 Jahre Teil der französischen Sammlung der Glyptotek. Die Skulptur wurde ursprünglich aus bemaltem Wachs gefertigt und mit einem Tüllrock um die Taille, echten menschlichen Haaren, Seidenbändern, Leinen-Schuhen und einem Baumwoll-Oberteil ausgestellt. Erst nach Degas’ Tod wurde sie in Bronze gegossen.
Bis vor kurzem trug die Tänzerin einen alten, verblassten Rock um die Taille, der allmählich so zerbrechlich war, dass er ersetzt werden musste. Es gibt 25 Versionen der Tänzerin weltweit, und beim Vergleich der Röcke sind diese sehr unterschiedlich.
Das Museum hat sich entschieden, seine Version des Rocks auf der Grundlage des Wissens über das Aussehen des Rocks zu rekonstruieren, als Degas ihn 1881 auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung zeigte.
In der Ausstellung können Sie den neuen Rock der Tänzerin erleben und einen Einblick in den Konservierungsprozess und die dahinter stehende Forschung erhalten.
Die Glyptotek hat ihrer Gauguin-Sammlung ein seltenes Werk hinzugefügt: eine handkolorierte Lithografie, von der weltweit nur zwei Exemplare existieren. Es ist das erste grafische Werk des französischen Künstlers im Museum. Hinter dem Motiv – arbeitende schwarze Frauen auf Martinique – verbirgt sich eine Geschichte der französischen Kolonialherrschaft und ein romantisierender Blick auf die Verhältnisse der Kolonialzeit.
Mit dem Erwerb des Werks Die Heuschrecken und die Ameisen – Erinnerung an Martinique (1889) schlägt die Glyptotek ein neues Kapitel in ihrer Gauguin-Sammlung auf, die eine der bedeutendsten der Welt ist. Die Sammlung bestand bisher aus knapp 60 Werken, aufgeteilt in Malerei, Keramik, Holzschnitzereien und Zeichnungen, aber keine Grafik. Das neue Werk repräsentiert somit eine weniger bekannte Seite von Paul Gauguins (1848-1903) Praxis.
Das Werk ist ein Probedruck aus Gauguins erster und einziger Grafikserie, der Volpini Suite. Die Serie markiert einen Wendepunkt in der Karriere des Künstlers, in dem er seinen charakteristischen Stil entwickelt: schattenlos, dekorativ und mit kühnen Ausschnitten und deutlichen Konturen. Das Werk ist wichtig für die Präsentation und Vermittlung von Gauguins Kunst in der Glyptotek und zeigt die große Bandbreite des Künstlers. Es wird auch Ausgangspunkt für neue Forschungen über den Künstler und die Epoche sein.
Idyllisierte Kolonialismus Die Heuschrecken und die Ameisen – Erinnerung an Martinique entstand inspiriert von Gauguins Aufenthalt auf der ehemaligen französischen Kolonie Martinique im Jahr 1887, wo er als Aufseher auf einer Obstplantage arbeitete. Obwohl die Sklaverei abgeschafft war, arbeiteten viele Einheimische weiterhin unter harten Bedingungen – und genau diese arbeitenden Frauen werden in diesem Werk dargestellt.
Der Titel bezieht sich auf Äsops Fabel von der Grille, die den Sommer singend und tanzend verbringt, während die Ameisen fleißig Vorräte für den Winter sammeln. Gauguin könnte sie als Rahmen verwendet haben, um die Frauen zu inszenieren: die Arbeitenden als Ameisen, die Ruhenden als Grillen – aber alle als Teil einer romantisierten Darstellung.
Das neue Werk ist in der Ausstellung Gauguin und Kihara – Erste Eindrücke zu sehen.
Das Werk wurde mit großzügiger Unterstützung der Aage und Johanne Louis-Hansens Fond, Augustinus Fonden und Ny Carlsbergfondet erworben.

Französische Kunst 1870-1925
Dauerausstellung





