Im Zeitraum vom 1. Oktober 2026 bis 29. März 2026 ist ein großer Teil der Sammlung in der Sonderausstellung Macht und Mode im Römischen Reich vertreten.
In der antiken griechischen und römischen Welt war die Skulptur eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Jede einzelne Statue, jeder Kopf und jedes Relief entstand mit einem bestimmten Zweck und einer bestimmten Botschaft im Blick. Meist wurde die Skulptur im öffentlichen Raum aufgestellt, z. B. auf dem Marktplatz, dem Friedhof, im Theater oder in Heiligtümern.
Die vielfältigen Bedeutungen und Funktionen der Skulptur in der Antike lassen sich in den vierzehn Sälen erleben, die die große Sammlung antiker Skulptur aus dem Mittelmeerraum beherbergen – vor allem aus Griechenland und dem Römischen Reich.
Die Ausstellung ist ein Gang durch ein entscheidendes Kapitel der europäischen Kulturgeschichte. Von ca. 600 v. Chr., als die griechische Großskulptur entstand, bis ca. 400 n. Chr., als das Römische Reich, seine Staatsform und Religion dem Christentum und dem Byzantinischen Reich weichen mussten.
Der größte Teil der Skulpturensammlung besteht aus römischen Werken. Viele davon sind mehr oder weniger direkte Nachahmungen berühmter griechischer Originalskulpturen aus dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.
Die römischen Arbeiten sind eine Quelle zum Verständnis der griechischen Originalwerke, die in vielen Fällen verloren gegangen sind. In der römischen Kaiserzeit waren sie jedoch Gegenstand so großer Faszination und Berühmtheit, dass sie die Entstehung zahlreicher römischer Versionen inspirierten.
Römische Skulptur ist allerdings nicht bloß Illustration verlorener griechischer Originalwerke. Sie ist auch ein wichtiges Zeugnis ihres eigenen geistes- und kulturgeschichtlichen Hintergrunds, nämlich des Römischen Kaiserreichs, seiner Gesellschaft und Religion.
Mehrere Abschnitte der Ausstellung veranschaulichen einige der Zusammenhänge, in die die römische Skulptur ursprünglich eingebettet war.
Welche berühmten griechischen Bildhauer, Motive und Stile bevorzugten gebildete römische Auftraggeber griechisch inspirierter Skulptur?
Was stand in einem kaiserlichen Park in Rom, auf dem Landsitz eines reichen Römers außerhalb der Stadt, im Grab einer Adelsfamilie oder in einem römischen Heiligtum?
Griechische Philosophen und Staatsmänner, Dichter, römische Kaiser und prominente Bürger Roms bevölkern die Säle der antiken Sammlung der Glyptotek. Die Sammlung umfasst mehr als 400 Porträts aus der griechischen und römischen Antike.
Die Porträtsammlung der Glyptotek – besonders der römischen Porträts – ist international für ihren Umfang und die hohe Qualität der Werke anerkannt. Die Sammlung römischer Kaiserporträts spiegelt den Ehrgeiz von Carl Jacobsen, dem Gründer des Museums, wider, mindestens ein Porträt jedes römischen Kaisers zu erwerben.
Deshalb kann man in der Glyptotek heute einer einzigartigen und nahezu vollständigen Reihe von Kaiserporträts von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Roms erster Kaiser, Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.), der das Römische Reich begründete, und der berüchtigte Kaiser Caligula (37–41 n. Chr.) sind in der Sammlung der Glyptotek zu finden.
Auch andere wichtige historische Persönlichkeiten finden sich in der Porträtsammlung der Glyptotek: Pompeius der Große (106–48 v. Chr.), Feldherr und erbitterter politischer Gegner Julius Cäsars, ist in Gestalt eines der besten römischen Porträts zu sehen, die es überhaupt gibt.

Griechische und römische Skulptur
Dauerausstellung





