Jan Knap: Fenster zum Paradies

4. Juni – 18. Okt., 2026

„Ein Bild ist ein Fenster zu einer tieferen Realität“, behauptet Jan Knap. Fenster öffnen uns sichtbare Dinge, die einen Menschen dazu bewegen können, das zu sehen, was dahinter liegt. Knap versteht sein künstlerisches Schaffen als eine Meditation über das Leben. Die scheinbar naive und liebliche Darstellung sakraler Themen birgt in Wirklichkeit Dramen, die der Autor auf eine eigenwillige Weise vermittelt – er verwendet dazu christliche Symbolik, die in seinem Fall als „kontemplative Ikonographie“ bezeichnet werden kann. Diese Methode ermöglicht es dem Betrachter des Kunstwerks, über einzelne Symbole separat nachzudenken, aber im Kontext des gesamten Werkes offenbart sie einen höheren Sinn. Es ist eine alte Form der Bildsprache, die die Semantik des Begriffs „Andachtsbild“ berührt.

Über die Ausstellung

AUSSTELLUNG: Jan Knap: Fenster zum Paradies

ZEITRAUM: 04. Juni – 18. Oktober 2026

VERNISSAGE: 04. Juni 2026 um 19:00 Uhr

ORT: Erzdiözesanmuseum Olomouc, Galerie

AUTOREN DES KONZEPTS UND KURATOREN: Miriam Kolářová, Jan Šícha

FACHLICHE ZUSAMMENARBEIT: Gabriela Elbelová, Jana Hrbáčová, Miroslav Kindl, Martina Potůčková, Miroslav Schubert, Helena Zápalková

KONSERVIERUNGS- UND RESTAURATIONSARBEITEN: Jakub Barna, Veronika Klimszová, Anna Píšťková

GRAFIKDESIGN: Kateřina Puncmannová

SPRACHLICHE REDAKTION: Zuzana Henešová

ÜBERSETZUNG: Kateřina Báňová

LEIHGEBER: Jan Knap, Erzbistum Olmütz, Bistum Leitmeritz, Nordböhmische Galerie Litoměřice, private Leihgeber

Museum geöffnet: Mittwoch–Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Ein solches Verständnis des Schaffens unterstreicht die Tatsache, dass Knap für seinen Perfektionismus bekannt ist. Er übermalt und verschiebt Figuren und Objekte und betrachtet ein Bild oft viele Jahre lang als unvollendet. Er strebt ständig danach, das, was er ausdrücken möchte, bestmöglich umzusetzen. In diesem Perfektionismus können wir seine Demut und tiefe Ehrfurcht vor dem Geheimnis sehen, das er wahrnimmt. Jan Knap bringt Lebendigkeit in die starre Welt der Symbole und verleiht ihr eine gewisse Zärtlichkeit. Mit ihm blicken wir auf das Heilige, das uns auf natürliche Weise zu innerer Kontemplation führt. Aus Knaps Bildern strömt anagogisches Licht – es zwingt uns, nach oben zu streben, zu etwas, das uns übersteigt. Knaps künstlerischer Ausdruck trägt somit die alte synekdochische Funktion heiliger Bilder – die Vermittlung des Geheimnisses der Erlösung.

Publikationen und Führer

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation mit reichhaltigem schriftlichem und bildlichem Material. Darin kommen Fachstimmen und Freunde zu Wort, ältere Zeichnungen deuten die Entwicklung des Autors an, Reproduktionen von Bildern laden ins Paradies ein und belegen die unverkennbare Malhandschrift.

Besucher können in der Ausstellung den Audio-Guide in der App Cabinet of Wonders nutzen, die auf Telefone heruntergeladen werden kann. Dank der Nutzung von KI ist es auch möglich, mit dem elektronischen Führer zu kommunizieren.

FÜR ERWACHSENE: Audio-Guide zur Ausstellung „Jan Knap: Fenster zum Paradies“

FÜR KINDER: Audio-Guide zur Ausstellung „Jan Knap: Fenster zum Paradies“

Jan Knap (*1949)

Der Maler wohnt in Planá u Mariánských Lázní in einem von ihm renovierten gotischen Haus.

Zuvor lebte er in Deutschland, Brasilien, den USA und Italien.

Nach seiner Flucht aus der Tschechoslowakei im Jahr 1969 studierte er bei Gerhard Richter in Düsseldorf.

Die ersten Erfolge feierte er in Deutschland, gefolgt von weiteren Ländern, insbesondere Italien.

Er hat in renommierten Galerien in Europa und den USA ausgestellt, und sein Werk ist in Japan oder Taiwan gefragt.

Jan Knap ist einer der international erfolgreichsten tschechischen Künstler.

Olomouc Museum of Art
Quelle: muo.cz/vystavy/jan-knap-okna-do-raje