Maria Bartuszová | Eine kleine Leere, erfüllt von einem kleinen unendlichen Universum

6. Mai – 13. Sept., 2026

Die tschechoslowakische Bildhauerin Maria Bartuszová schien aus der Entwicklung der Kunstgeschichte herauszufallen, doch ist sie für das tschechische Umfeld von Bedeutung. Diese retrospektive Ausstellung im Kunstmuseum Olmütz bringt die vergessene Künstlerin, die zur Nachkriegs-Neo-Avantgarde gehört, wieder in den Kontext der tschechischen Kunst. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Archiv Maria Bartuszová in Košice und der Aleš South Bohemian Gallery in Hluboká nad Vltavou, wo sie ihre Premiere feierte.

Ein spezifisches Anliegen der Ausstellung als lebendigem Organismus ist, dass sie mit dem Ende des Schaffens der Bildhauerin beginnt, also mit Werken aus den 80er Jahren. In dieser Zeit schuf sie spektakuläre ortsspezifische Installationen und großformatige Objekte. Besucher werden großformatige Gipsreliefs und Objekte sehen, die mit der Technik des pneumatischen Gießens entstanden sind, sowie kleinere gravistimulierte Gipsplastiken und deren Abgüsse aus Bronze oder Aluminium, von denen einige erstmals ausgestellt werden.

Maria Bartuszová (1936–1996)

Sie wurde in Prag geboren, wo sie bis 1961 lebte. Sie studierte an der Prager Hochschule für Kunstgewerbe, und die dort gewonnenen Anregungen waren für ihr Schaffen von grundlegender Bedeutung.

Sie zog mit ihrem Ehemann, dem Bildhauer Juraj Bartusz (1933–2025), den sie während ihres Studiums in Prag kennengelernt hatte, in die Slowakei. Das Ehepaar ließ sich in Košice in der Ostslowakei nieder, einer Stadt, die für Maria Bartuszová zu einem neuen Zuhause wurde, wo sie bis zu ihrem Lebensende lebte und arbeitete.

Zugleich entfaltete sich hier die Geschichte einer Künstlerin am Rande, der Anderen, der Minderheit, der Fremden, die ihr Werk als eine authentische Spur formte, die den Kontext, in dem sie entstand, überschritt.

Der Titel der Ausstellung, ein Zitat aus Maria Bartuszovás Notizbuch, deutet auf die kontemplative Art und Weise hin, wie Bartuszová dachte. Maria Bartuszová ließ sich in ihrer Arbeit von den Ideen des Zen-Buddhismus und einem holistischen Lebensansatz inspirieren, die sie mit dem Thema Natur und Universum verband.

Die Ausstellung folgt auf bedeutende Präsentationen von Maria Bartuszová in Einzelausstellungen in der Tate Modern in London (Kuratorin Juliet Bingham) und dem Museum der Moderne in Salzburg, die in den Jahren 2022–2024 stattfanden. Bartuszovás Werk wurde international auf der documenta 12 in Kassel im Jahr 2007 (Kuratorin Ruth Noack) und auf der Biennale in Venedig im Jahr 2022 (Kuratorin Cecilia Alemani) präsentiert. Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der Tate in London, Kontakt in Wien, Centre Pompidou in Paris und weiteren Museen und Privatsammlungen.

Das Kunstmuseum Olmütz erwarb drei Werke von Maria Bartuszová für die Sammlung des Mitteleuropäischen Forums Olmütz und reihte sich damit in viele bedeutende Institutionen ein, die ihre Werke besitzen (Tate, Kontakt in Wien, Centre Pompidou in Paris u.a.).

Informationen zur Ausstellung

AUSSTELLUNG: Maria Bartuszová | Eine kleine Leere, erfüllt von einem kleinen unendlichen Universum

TERMIN: 06 05 – 13 09 2026

VERNISSAGE: 06 05 2026 um 18:30 Uhr

ORT: Museum für moderne Kunst, Dreischiffige Halle

KURATORINNEN: Gabriela Garlatyová, Gina Renotière

FACHLICHE ZUSAMMENARBEIT: Anna Bartuszová, Soňa Bartuszová

RÄUMLICHE GESTALTUNG: Anna Bartuszová, Gabriela Garlatyová, Michal Soukup

TEXTREDAKTION UND ÜBERSETZUNGEN: Eva Hrubá, Lucie Kasíková, Zuzana Henešová

GRAFIKDESIGN: Kateřina Manková

INSTALLATION: Vlastimil Sedláček, Filip Šindelář, Radka Žáková

FOTOGRAFIE: Anna Bartuszová; Archiv Maria Bartuszová, Košice; Michael Brzezinski; Gabriel Kladek; Viera Kladeková; Rudo Prekop

BILDUNGSPROGRAMME: David Hrbek, Denisa Tessenyi

EXPOANTENLEIHEN: Sammlung der Familie Bartusz, Košice; Sammlung Robert Runták

Museum geöffnet: Mittwoch–Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Olomouc Museum of Art