Der markanteste Beitrag ist die Installation mehrerer Bronzeskulpturen von Jaroslav Koléšek, die den Kapellenraum füllen. Der leicht provokante Ton der künstlerischen Ausdrucksweise des Autors „stört“ gewissermaßen die Bearbeitung ansonsten traditioneller existenzieller Themen, in denen Liebe, Gerechtigkeit, Beichte und Mitgefühl mitschwingen.
Informationen zur Ausstellung
AUSSTELLUNG: Zwischenzeiten / Jaroslav Koléšek, Katarína Szanyi, Aleš Hudeček
ORT: Erzbischöfliches Museum Olomouc, Kapelle St. Johannes des Täufers
DATUM: 29.05. – 04.10.2026
VERNISSAGE: 29.05.2026 UM 18:00 UHR
AUTOREN UND KURATOREN: Štěpánka Bieleszová, Helena Zápalková
RÄUMLICHE GESTALTUNG: Jaroslav Koléšek
ÜBERSETZUNG: Zuzana Henešová
GRAFIKDESIGN: Petr Šmalec
INSTALLATION: Martin Mydlarčík
KOOPERATION: Ondřej Žák, Radek Látal
PROMOTION: Tomáš Kasal, Martin Šinkovský
Museum geöffnet: Mittwoch–Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Außerhalb von Zeit und realem Raum bewegen sich die einsamen Figuren von Aleš Hudeček, die der Autor in oft sehr beunruhigende Innenräume setzt. Im Erzbischöflichen Museum präsentiert er ein monumentales Gemälde, das er im Kreuzgang mit dem dominierenden mittelalterlichen Fresko von Christi Opfer am Kreuz platziert.
Ein sehr persönlicher, innerlicher Beitrag ist hingegen ein Paar intimer Leinwände von Katarína Szanyi. Die am Meeresufer gefundenen Objekte arrangiert die Künstlerin zu Kompositionen, die Fragmente von Zeit und Geschichten evozieren können, und hier, im übertragenen Sinne, auch die Arma Christi. Ihre Platzierung in der Nähe des mittelalterlichen Freskos von Veronikas Schleier mit dem Abdruck des Gesichts Christi schafft eine beeindruckende Spannung.
Das Ganze der intimen Ausstellung – eine Intervention in die historischen Räume des Erzbischöflichen Museums – wirkt wie ein konzentriertes Zeugnis dreier Künstler der mittleren Generation, die sich ohne Prunk und ohne Sensationslust den Fragen des Lebens, des Glaubens, der Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz und des aktuellen Zustands der Welt zuwenden.
Jaroslav Koléšek
Der Bildhauer und Pädagoge Jaroslav Koléšek (*1974, Šternberk) studierte von 1992–1997 an der Abteilung für Bildende Kunst der Pädagogischen Fakultät der Universität Ostrava, insbesondere im Umfeld von Stanislav Hanzík und Mario Kotrby; sein Doktoratsstudium absolvierte er an der Kunstakademie in Banská Bystrica. Er ist seit langem an der Kunstfakultät der Universität Ostrava tätig, seit 2011 als Leiter des Bildhauerateliers. In seinem Werk verbindet er hohe handwerkliche Bildhauerkultur mit industriellen und figuralen Motiven. Er arbeitet mit Bronze, Stein, Glas, Harz und anderen Materialien.
Aleš Hudeček
Der Maler Aleš Hudeček (*1973, Uherské Hradiště) ist untrennbar mit Ostrava verbunden. Er studierte zunächst an der Mittleren Kunstgewerbeschule in Uherské Hradiště und anschließend von 1992–1997 an der Universität Ostrava im Malereiatelier von Daniel Balabán. Er gehört seit Mitte der 90er Jahre zu den Stammkünstlern der Ostrauer Kunstszene. Leitmotiv seines Schaffens ist die Figur, oft in entfremdete Situationen, Innenräume und psychologisch beunruhigende Bildwelten gesetzt; er arbeitet auch mit gefundenen Fotografien, Übertreibung und einer subtilen Verschiebung der Realität in eine traumhafte oder metaphorische Ebene.
Katarína Szanyi
Die Malerin Katarína Szányi (*20. März 1974, Košice) lebt und arbeitet in Ostrava. Sie studierte an der Mittleren Kunstgewerbeschule in Košice und von 1992–1997 an der Abteilung für Bildende Kunst der Universität Ostrava im Malereiatelier von Daniel Balabán. Sie ist der Gruppe VY3 verbunden und entwickelt seit langem ein Malprogramm, das auf einer sensiblen Arbeit mit Farbe, Licht und Atmosphäre basiert. Ihr Werk oszilliert zwischen konkreten Motiven und abstrahierender, meditativer Malerei.

Zwischenzeiten / Jaroslav Koléšek, Katarína Szanyi, Aleš Hudeček
29. Mai – 4. Okt., 2026





