Die Präsentation von Artefakten der materiellen Kultur im Hauptgebäude des Nationalmuseums in Krakau ist die größte umfassende Ausstellung ihrer Art in Polen: Fast 4.000 Objekte aus der Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts werden in der Ausstellung gezeigt.
Die einzelnen Bereiche der Ausstellung konzentrieren sich auf einzelne Perioden der Kunstgeschichte und Artefakt-Typen. Dies ist eine Gelegenheit, Beispiele für Alltagsgegenstände zu vergleichen: Glasmalereien, liturgische Textilien, Kleidung und Accessoires, Gefäße und Geschirr: Keramik, Glas und Silber, Möbel, Musikinstrumente und Judaica, deren einzigartige Sammlung zwischen 1935 und 1939 gekauft wurde.
Die in der Galerie für Angewandte Kunst präsentierten Kleidungsstücke und Stoffe stammen aus der Zeit vom 14. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Dazu gehören mittelalterliche Stolen und Kaseln, handbestickt auf importierten italienischen Stoffen, seidene Kontusch-Gürtel, die typisch für Adelskleidung sind, sowie ein vollständiger Überblick über die Mode des 19. Jahrhunderts, ergänzt durch Accessoires: Schals, Dessous, Fächer, Handschuhe und Schmuck.
Silberobjekte und Artefakte der Emailkunst repräsentieren polnische und europäische Werkstätten, die vom 10. Jahrhundert (der sogenannte Włocławek-Kelch) bis zum Ende des 19. Jahrhunderts (die Werkstätten von Krakau und Wrocław [warsztaty krakowskie i wrocławskie]) tätig waren. Bemerkenswert sind auch Objekte aus anderen Metallen, darunter gotische und moderne Glocken sowie Apothekenmörser, wie das Werk des Danziger Glockengießers Gerard Benning aus dem Jahr 1623.
Die Keramiksammlung des Nationalmuseums in Krakau ist eine der reichsten und wichtigsten Sammlungen dieser Art in Polen. Sie enthält romanische Bodenfliesen, gotische und barocke Fliesen, italienische Majoliken aus dem 16. Jahrhundert und polnische Fayencen aus dem 18. Jahrhundert. Die wertvollsten Denkmäler stammen aus der königlichen Manufaktur in Belvedere und der Manufaktur von Karol Wolff in Bielin in Warschau. Bemerkenswert sind: eine Vase, eine Platte und ein Teller aus dem Sultan’s Service von 1777 und eine Vase vom Typ „Tsun“ aus Wolffs Manufaktur von 1780–1795. Darüber hinaus umfassen die Sammlungen zahlreiche Beispiele von Porzellan aus den bekanntesten europäischen Manufakturen: Meissen, Wien, Berlin und Sèvres. Wertvolle Keramikeinheiten stammen auch aus polnischen Manufakturen: in Korec, Baranówka, Tomaszów Lubelski, Ćmielów und Nieborów.
Teile der Ausstellung wurden als Abschnitte stilistisch gestalteter Innenräume arrangiert, die mit antiken Möbeln eingerichtet sind. Besonders hervorzuheben sind ein spanisches Vargueño (Schrank) vom Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert, in Genua gefertigte Schränke und mehrere französische Rokoko-Stücke. Der Kern der Sammlung sind Denkmäler aus dem 18. Jahrhundert – sowohl polnische aus Gdańsk und Kolbuszowa als auch ausländische sowie Möbel im Empire-, Biedermeier- und Jugendstil. Bemerkenswert ist die große Sammlung von Kleinmöbeln, darunter Sepets, Zunfttheken, kleine Truhen, Kassetten und Schatullen, verziert mit Intarsien- und Einlegetechniken.
Die Galerie präsentiert eine wertvolle Sammlung von Fliesen-Uhren aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter zwei aus der Werkstatt von Wolfgang Prenner aus Krakau. Ein einzigartiges Denkmal ist eine Kugel-Uhr aus der Werkstatt von David Schröter aus Elbląg. Die Sammlung umfasst auch Tischuhren, Wanduhren, Zifferblattuhren und Kaminuhren. Zu den wertvollsten Denkmälern gehören auch Uhren von Jan Gotfried Krosz aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dies sind eine Uhr mit einer Chronos-Figur und eine seltene Kopie einer Reiseuhr. Das Nationalmuseum in Krakau beherbergt die feinste Sammlung von Uhren im Empire-Stil in Polen, die hauptsächlich aus Kaminuhren besteht.
Kuratorisches Team:

Galerie für angewandte Kunst
Dauerausstellung





