Das Józef-Mehoffer-Haus ist ein Museumskünstlerhaus, das in diesem Fall eine reiche Sammlung authentischer Einrichtungsgegenstände beherbergt. Der Enkel des Malers, Ryszard MNK Mehoffer (1922–2010), spendete – oder stellte leihweise zur Verfügung – zahlreiche Gegenstände aus der ehemaligen Einrichtung des Hauses zu diesem Zweck: eine Fülle antiker Möbel, kunsthandwerkliche Arbeiten, eine Bibliothek, eine Sammlung japanischer Holzschnitte, Skulpturen, Fotografien, Familienerinnerungsstücke und, vor allem, Werke von Józef Mehoffer: Ölgemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, dekorative Entwürfe und Glasfenster.
Von Anfang an wurden auch ausgewählte Objekte aus der eigenen Sammlung des Museums in die Ausstellung aufgenommen. Die Auswahl der Werke des Künstlers unterliegt in jedem Fall bestimmten Änderungen, auch aus konservatorischen Gründen. Sie wird auch durch Leihgaben aus anderen Quellen ergänzt.
Die Gestaltung der Ausstellung orientiert sich an der eigenen Vision des Künstlers, in der er das Erdgeschoss auf der Südseite für Empfangs- und Freizeitzwecke (ein großes Esszimmer, eine Bibliothek und ein zum Terrasse und Garten hin offenes Wohnzimmer) vorsah, während er im ersten Stock intimere Räume arrangierte.
Das frühere Aussehen dieser Innenräume wurde auf der Grundlage von Ikonographie, schriftlichen Dokumenten und Familienerinnerungen rekonstruiert. Ihr Charakter war weitgehend bereits in den aufeinanderfolgenden Einrichtungen der früheren Wohnungen von Jadwiga und Józef Mehoffer geprägt worden, die mit denselben stilvollen Möbeln, Familienerbstücken und anderen wertvollen Einrichtungsgegenständen sowie natürlich den Werken des Künstlers gefüllt waren. Das Haus in der Krupnicza-Straße verband den Charakter eines traditionellen polnischen Hauses mit historischen Elementen, die bewusst und künstlerisch eingesetzt wurden, sowie mit einem gewissen Hauch von Ästhetik der 1930er Jahre. Sein individueller Charakter verdankte sich stets der reichen Sammlung von Mehoffers Werken. Die Museumsausstellung spiegelt diese unverwechselbare Natur wider.
Schon in der Eingangshalle lassen sich bestimmte charakteristische und originelle Akzente entdecken, wie alte Lampen, das ursprüngliche Design der Gitter und das Steinportal. Das helle, beeindruckend gestaltete Treppenhaus mit Holzstufen und einem feinen Holzgeländer ist wiederum mit zahlreichen, raffiniert eingearbeiteten Elementen barocker Holzschnitzereien und Kopien von steinernen Schlusssteinen des Wawel-Doms geschmückt, sowie mit speziell für diesen Innenraum entworfenen Merkmalen: den Oberlichterkassetten und der Verkleidung für den Koksofen, die einem dekorativen Kamin ähnelt.
In der Nähe, über den Türen zum Wohn- und Esszimmer, befinden sich Kartuschen mit den Wappen Mehoffer und Janakowski sowie Porträts von Vorfahren. Der Effekt wird durch die farbenprächtigen, großformatigen Entwürfe von Józef Mehoffer, die an den Wänden über den Treppen angebracht sind, vervollständigt. Die Räume, nach ihren vorgesehenen Funktionen angeordnet, dienen auch als besondere Galerie von Mehoffers Werken aus verschiedenen Perioden, von seiner Jugend über die prächtige Ära des Jungen Polen bis hin zu den Zwischenkriegs- und Besatzungszeiten, als der inzwischen alte Maler hier lebte und arbeitete.
Text von: Anna Zeńczak – Kunsthistorikerin, pensionierte Kuratorin des Nationalmuseums in Kraków. Sie spezialisiert sich auf Kunst des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert. Autorin von Studien über das Werk von Józef Mehoffer.

MNK Mehoffer
Dauerausstellung





