In einer weiteren Ausstellung der Errungenschaften der „Polish Fashion“ [Moda Polska] präsentiert das Nationalmuseum in Krakau eine Auswahl von Kleidungsstücken von drei herausragenden Designern: Kalina Paroll, Magda Ignar und Jerzy Antkowiak.
Das früheste ausgestellte Kleid, 1969 von Kalina Paroll entworfen, strahlt subtile Eleganz aus. Die Designerin kombinierte ein glattes Samtoberteil mit einem dicht plissierten Rock. Der Kontrapunkt zu dieser einfachen Kombination ist die reiche, glänzende, dreidimensionale Stickerei – ein authentisches Dekorationsobjekt aus der Zwischenkriegszeit. Die Gegenüberstellung von Neuem und Altem gehörte zum regelmäßigen Repertoire künstlerischer Mittel der Designerin.
Viele Jahre lang war Kalina Paroll für die Zusammenarbeit mit der Seidenfabrik in Milanówek verantwortlich, die seit 1924 in Betrieb war, ursprünglich als Zentrale Experimentelle Seidenraupenzuchtstation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Station verstaatlicht und in Staatliche Zentrale Seidenwerke „Milanówek“ umbenannt. Die in den „Polish Fashion“-Kollektionen verwendeten Stoffe wurden in der „Malerwerkstatt“ von Milanówek handbemalt. Die Art der Muster und ihre Anordnung wurden von den Designern zusammen mit den dort fest angestellten Malern festgelegt. Eine solche Zusammenarbeit führte zu äußerst beeindruckenden Kreationen, wie dem Ensemble „Schmetterling“, inspiriert von den Glasfenstern von Stanisław Wyspiański und Józef Mehoffer, und einem grünen Abendkleid mit einem Landschaftsmotiv von einem Teich, Schwänen und einem riesigen Schmetterling. Eines der interessantesten Outfits ist ein von der Roma-Kultur inspiriertes Set, bestehend aus einem Rüschenrock und einer locker sitzenden Bluse mit extra weiten Ärmeln, genäht aus Stücken von handgefärbter Seide.
Eleganz mit einem Hauch von Provokation repräsentieren die Designs von Magda Ignar. Eines der besten Beispiele ist das unaufdringliche Kleid aus schwarzem Velours – scheinbar „anständig“, bis zum Hals reichend, aber… oberhalb der Taille wurde der Velours durch einen teilweise transparenten Gazestoff ersetzt, der die Nacktheit der linken Brust provokativ enthüllte.
Die Ausstellung umfasst auch formelle und Abendkleider von Jerzy Antkowiak – von Klassikern im Stil der würdevollen Eleganz, die von den Kunden von „Polish Fashion“ gesucht wurde, bis hin zu avantgardistischen Stücken, die den Sinn für Humor des Designers und seine große Liebe zum Theater widerspiegeln. Wir zeigen zwei Versionen von Damenoutfits aus den 1990er Jahren mit kurzen Hosen statt Röcken: ein formelles Set aus grüner Wolle und ein wildes grün-goldenes Ballkleid. Kurze Hosen erschienen in diesem Kontext hauptsächlich auf den Laufstegen, in den Kollektionen großer Designer.
Zwei große und warme Röcke, entworfen von Jerzy Antkowiak, fallen ebenfalls ins Auge. Einer davon stammt aus der Jubiläumskollektion von 1983. Zu dieser Zeit befand sich die polnische Wirtschaft in einem so beklagenswerten Zustand, dass selbst „Polish Fashion“ – für die kommunistischen Behörden ein Aushängeschild des Erfolgs der polnischen Bekleidungsindustrie – ernsthafte Schwierigkeiten hatte, die richtigen Stoffe für ihre saisonalen Kollektionen zu beschaffen. Warme Sets aus der Kollektion von 1983 wurden in der „Polnischen Filmchronik“ als „Warte-Outfits. Warm und für lange Wartezeiten gemacht“ beschrieben.
Die Ausstellung wäre ohne den „Polish Fashion Mantel“ nicht komplett – begehrt von vielen polnischen Frauen und ein Symbol für gute Qualität und Luxus in der Realität des kommunistischen Polens.
Wir hoffen, dass die Besucher von der Vielfalt der Stile, die von den „Polish Fashion“-Designern vom Ende der 1960er bis in die 1990er Jahre geschaffen wurden, fasziniert sein werden.

„Moda polska“ Polnischer Mode-Staatsbetrieb in der Sammlung des Nationalmuseums in Krakau
19. Juni 2026 – 13. Juni 2027





